BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein

Nistkasten für Halbhöhlenbrüter

Wasseramsel

Bachstelze

Rotkehlchen

Als Nischenbrüter werden Vogelarten bezeichnet,
die als Nistplatz für ihre Brutzwecke Nischen benötigen. Anders als die Höhlenbrüter oder die Freibrüter legen die nischenbrütenden Vogelarten üblicherweise ihre Nester eben in, ihren jeweiligen Bedürfnissen entsprechenden, Nischen von Felswänden, Geröllhalden, Gebäuden, Bäumen, Böschungen o.ä. an.

Zu den Nischenbrütern werden unter anderem Singvogelarten
wie Wasseramsel, Bachstelze, Gebirgsstelze, Rotkehlchen, Grauschnäpper, Hausrotschwanz und zuweilen Gartenrotschwanz gezählt; aber beispielsweise auch Greifvögel, wie Turm-, Rötel- und Wanderfalke oder der Uhu. Eine unbedingte Einstufung als Nischenbrüter ist nicht immer für jede Art möglich, da manche Arten, je nach Örtlichkeit, etwa auch als Freibrüter auf dem Boden (z.B. Rotkehlchen) oder als Höhlenbrüter (z.B. Gartenrotschwanz) in Erscheinung treten. Die üblicherweise einzige Vogelart Eurasiens, die als Frei-, Nischen- und Höhlenbrüter angetroffen werden kann, ist der Zaunkönig.

Für etliche nischenbrütende Arten
entwickelte der Vogelschutz im Laufe der Zeit verschiedene Nisthilfen. Davon ist die nach vorne zur Hälfte offene, sogenannte Halbhöhle für nischenbrütende, kleinere Singvögel vielleicht am bekanntesten. Da jedoch die Arten, die diese Nistgeräte beziehen, gegenüber den Heimsuchungen von nesträuberischen Prädatoren ziemlich anfällig sind, ist man verstärkt dazu übergegangen, einen sichereren Nistkasten-Typ mit zwei ovalen Einfluglöchern von zirka 32 mal 50 Millimetern Größe für die Nischenbrüter einzusetzen. (Quelle: Wikipedia)
Das Nest ist so noch relativ offen, aber besser geschützt vor Räubern.

Die Halbhöhle ist für Vogelarten geeignet,
die eher auf Brutnischen und Spalten angewiesen sind. Zu ihnen gehören z.B. Hausrotschwanz, Bachstelze, Grauschnäpper und Zaunkönig. Man kann die Vogelart, die im Nistkasten brüten soll aber nicht beeinflussen, da es keine Einfluglöcher wie beim Meisenkasten gibt.

Brutzeit: je nach Art unterschiedlich

Material:

Es empfiehlt sich, astfreie, natürliche
(unbehandelte) Fichten- oder Tannenholzbretter mit einer Stärke von ca. 2 cm zu verwenden.
Sie sind relativ kostengünstig und in so gut wie jedem Holzfachmarkt und Baumarkt zu finden. Man kann sie zurechtschneiden lassen (Kosten!) oder sie selbst bearbeiten, wobei bei Sägearbeiten immer Vorsicht geboten sein sollte.
Des Weiteren benötigt man 2 Scharniere, ca. 20 Nägel (zwischen 4-5 cm), um die einzelnen Teilstücke zu verbinden und 2-3 Schrauben mit 8-10 cm, um den Kasten an der Wand zu befestigen. Ebenfalls nötig sind Hammer, Schleifpapier (und/oder Feile), Holzbohrer, Raspel, Stift und eine Stichsäge.

Bauanleitung:

Zuerst werden die Bretter auf die angegebenen Maße zurechtgeschnitten. Dafür zeichnet man am besten alle Teilstücke mit Bleistift vor und schneidet sie dann mit der Stichsäge aus. (Zeichnung beachten!)
Die Außenseite der Vorderwand und die Innenseiten der Innenwände können nun mit einer Raspel aufgeraut werden, so dass die Vögel später einen guten Halt an den Wänden haben. Es muss darauf geachtet werden, dass die Oberkanten der Seitenwände sehr gleichmäßig gesägt und abgeschliffen sind, so dass später das Dach dicht aufliegen kann. In die Bodenplatte bohrt man etwa 2-4 Löcher mit einer Dicke von ungefähr 6 mm Durchmesser, um einen Wasserablauf zu ermöglichen.

Hat man nun alle Teilstücke vor sich,
kann man sich an den Zusammenbau machen. Hierfür vernagelt man zuerst die beiden Seitenwände mit der Bodenplatte. Anschließend montiert man die 2 Scharniere an die Vorderseite der Bodenplatte. An den Scharnieren wird dann die Vorderwand angebracht, so dass man sie auf- und zuklappen kann, um den Nistkasten besser säubern zu können. Die Rückwand wird dann ebenfalls fest mit den Seitenwänden und der Bodenplatte vernagelt und zuletzt wird das Dach aufgesetzt.
 

Anbringung:

Der Nistkasten muss in einer Höhe von 2-3 Metern (nicht höher) an einer Hauswand, einem Balkon oder an einem Schuppen angebracht werden. Am besten unter einem Dachvorsprung im Halbschatten. Die Öffnung sollte vom Haus weg zeigen und für Katzen und Marder nur schwer zu erreichen sein..

Reinigung von Nistkästen:

Nistkästen sollten im Spätsommer nach der Brut gereinigt werden, um das alte Nest zu entfernen und um Parasiten zu vertreiben. Eine gute Zeit dafür ist auch Ende Februar, so bleiben Überwinterer ungestört. „Klopfen Sie vor der Reinigung kurz an“, dann haben Siebenschläfer und andere Schlafmützen die Möglichkeit, rechtzeitig das Weite zu suchen. Ein Nistkasten ist kein Wohnzimmer für Menschen: Es reicht aus, die alten Nester zu entfernen und groben Schmutz auszubürsten. Bei starkem Parasitenbefall kann der Kasten zusätzlich mit Wasser und Seife ausgespült werden. Wegen der Parasiten ist es auch durchaus sinnvoll, Handschuhe zu tragen.

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