BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein
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Ein weiterer Steinbruch im Vogelschutzgebiet Kaiserstuhl?

Der BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein möchte zusammen mit dem Verein für den Erhalt der Kaiserstühler Endhahle und ihrer Umgebung e.V. die vielfältige Kulturlandschaft zwischen Bötzingen und Eichstetten im Kaiserstuhl erhalten.

Der Kaiserstuhl, das naturkundliche Kleinod am südlichen Oberrhein, lässt Naturliebhaber schwärmen. Die Vulkaninsel mitten in der Rheinebene besticht durch ihre außerordentliche Vielfalt an seltenen Tier- und Pflanzenarten. So lässt sich am östlichen Kaiserstuhl bei Bötzingen und Eichstetten der farbenfrohe Bienenfresser beobachten. Dieser gräbt seine Bruthöhlen tief in die dort charakteristischen Lösswände. Auch der Wiedehopf und der Wendehals haben hier wieder Nistplätze gefunden.

 

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Blick über die Endhahle ins Schambachtal (Kaiserstuhl)

Die Endhahle – gelegen zwischen Schambach- und Rippachtal auf den Gemarkungen von Bötzingen und Eichstetten – ist von den großen Rebflurbereinigungen in den 1960er Jahren fast vollständig verschont geblieben und noch ein sehr ursprüngliches Stück Kaiserstuhl. Die Bergkuppe schützt das Tal vor Kälteeinbrüchen im Frühjahr und damit den Obst-, Gemüse- und Weinanbau, der hier noch auf kleinstrukturierten Flächen und seit Jahrzehnten auch mit biologischer Qualität erfolgt.

Das Wort "Hahle" steht im hiesigen Dialekt für einen Hohlweg, einen dieser durch Erosion und jahrhundertelange Nutzung entstandenen tief in den Kaiserstühler Löß eingeschnittenen Wege. "Endhahle" bezeichnet also die Geländestruktur am Ende des Hohlwegs. Die steilen Wände dieser Hohlwege sind Brut- und Wohnstätten für Insekten und den Bienenfresser.

 

Profitinteressen gegen Naturschutz

Sprengung im Steinbruch Fohberg (Kaiserstuhl)

Diese Kaiserstühler Landschaft ist allerdings stark bedroht. So wirkt ein großer Phonolith- Steinbruch am Rand der Gemeinde Bötzingen bereits heute wie eine gigantische Wunde in der Landschaft. Seit Jahrzehnten wird hier das magmatische Gestein abgebaut, das vor rund 19 Millionen Jahren erkaltet ist. Dies reicht den Steinbruchbetreibern jedoch nicht. Schon seit langem haben sie die einzigartige Bergkuppe der Endhahle im Blick und planen dort ein neues Abbaugebiet. Das Material, dessen Gewinnung mit großer Staub- und Lärmbelastung verbunden ist, soll dann über landwirtschaftliche Wege durch das Schambachtal abtransportiert werden. Diese müssten für den LKW-Verkehr extra ausgebaut und in Teilen sogar neu angelegt werden. Das geplante Abbaugebiet und die damit verbundenen Transportwege liegen mitten im Vogelschutzgebiet Kaiserstuhl.

Für die Rohstoffsicherung ist das Vorkommen auf der Endhahle vernachlässigbar. Es sind ausreichend Ersatzstoffe verfügbar. Außerdem existieren europaweit Lagerstätten, in denen der Rohstoff wirtschaftlicher abgebaut werden kann.

Unsere Aktivitäten

BUND und Verein zum Erhalt der Kaiserstühler Endhahle bei einer Begehung

Der Endhahle-Verein setzt sich mit dem BUND dafür ein, diesen Neuaufschluss zu verhindern. Die bisherigen Pläne des Steinbruchbetreibers für eine weitere große Abbaufläche auf der Endhahle sind inzwischen höchstrichterlich durch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gestoppt worden. Die Firma unternimmt nun jedoch einen neuen Anlauf und will sich in einem ersten Schritt zunächst eine kleinere Fläche genehmigen lassen.

Der Verein für den Erhalt der Kaiserstühler Endhahle und ihrer Umgebung e.V. engagiert sich dafür, auch diese neuerlichen Pläne für einen Steinbruch auf der Endhahle abzuwenden. Darüber hinaus setzt sich der Verein für die nachhaltige Pflege und ökologische Aufwertung der Böschungen und nicht bewirtschafteten Flächen im Schambachtal und auf der Endhahle ein.

 

weitere Informationen und ein Kurzfilm auf der Homepage des Vereins zum Erhalt der Kaiserstühler Endhahle und ihrer Umgebung e.V.

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