BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein
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Kein Geld für Krieg!

Energiesparen dreht Putin den Geldhahn ab. Jedes Watt zählt. Hier gibts Tipps für einen effizienten Umgang mit Energie.

Kein Geld für Putins Krieg

Energie sparen ist Solidarität mit der Ukraine

In der Ukraine spielt sich eine humanitäre Katastrophe ab. Wir Bürgerinnen und Bürger der freien Welt sind fassungslos und fühlen uns machtlos angesichts der immer weiter eskalierten Gewalt. Und gleichzeitig müssen wir erkennen, dass wir selbst durch unsere Abhängigkeit von russischen Energielieferungen diesen Krieg finanzieren. Aber so sehr hilflos sind wir gar nicht. Immerhin können wir durch Verhaltensänderungen Energie sparen - und so dafür sorgen, dass immer weniger Energie gebraucht wird, immer weniger Geld an Russland fließt und Alternativen auch bei einem Lieferstopp ausreichen. Machen wir gemeinsam Putin einen Strich durch seine perverse Rechnung, lassen wir uns nicht weiter erpressen, sparen wir so viel Öl, Gas, Kohle und Strom wie möglich. Jedes Watt zählt, denn wenn alle 450 Millionen EU- Bürgerinnen und Bürger auch nur je ein Watt dauerhaft einsparen, ergibt das im Jahr knapp 4 Milliarden Kilowattstunden. Und wir können viel mehr!

Dieser Aufruf richtet sich nicht gegen das russische Volk. Dieser Krieg ist allein Putins Idee und Wille. Trotzdem sollen die Maßnahmen auch die Bürgerinnen und Bürger treffen, denn nur so werden sie die Frage stellen, was an dieser angeblichen Militäroperation zur Befreiung der Ukraine von einem verbrecherischen Regime aus drogensüchtigen Nazis eigentlich so falsch läuft.

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Energiesparen: Wärme

Drei Viertel aller Wohngebäude in Deutschland heizen mit Gas oder Heizöl, Deutschland importiert einen großen Anteil daran aus Russland. Heizwärme macht etwa 70% unseres Energieverbrauchs im Haushalt aus. So können wir Heizenergie sparen:

  • Raumtemperaturen absenken: Schon 2 Grad niedrigere Raumtemperatur spart über 10% Heizenergie, 1 Grad spart bis zu 6%. Pulli und warme Socken statt Tshirt und barfuß.
  • Unbenutzte Wohnungen nicht heizen: Wenn tagsüber die Wohnung leer steht, einfach mal die Heizung ausschalten oder Thermostate auf Null (bzw. Stern) drehen. Auch nachts kann man gut die Temperaturen absenken. Aber Vorsicht: wenn man zurück in die Wohnung kommt nicht den Fehler machen, die Heizung voll aufzudrehen, damit es schnell warm wird. Die Heizung wird genauso schnell warm, wenn man den Thermostat gleich auf die gewünschte Temperatur einstellt.
  • Wer eine eigene Heizungspumpe hat, kann eine Zeitschaltuhr davorschalten, so dass diese nachts und - falls das Haus tagsüber nicht benutzt wird - auch tagsüber nicht läuft.
  • Unbenutzte Räume nicht heizen: Nachts muss das Wohnzimmer nicht beheizt sein, auch Flure, Abstellräume oder Keller dürfen durchaus niedrigere Temperaturen haben.
  • Stoßlüften statt Fenster auf Kipp.
  • Ritzen verschliessen: Gerade bei älteren Türen kommt es vor, dass unter der Türe eine Ritze ist, durch die kalte Luft in die Wohnung zieht. Hier kann man ein zusammengerolltes altes Handtuch, eine Wolldecke oder alte Kleidungsstücke, z.B. eine Hose vor die Ritze legen, um den Luftzug aufzuhalten.

Energiesparen: Strom

Auch wenn Russland direkt keinen Strom an Deutschland liefert, ist Stromsparen ein Weg, Russland zu treffen, denn unsere Kraftwerke laufen mit Gas und Kohle aus Russland. Strom sparen kann sehr einfach sein, meist sind es nur kleine Handgriffe, die uns dabei helfen, und jedes Watt zählt.

So können wir Strom sparen:

  • Licht in unbenutzten Räumen ausschalten
  • Standby bei Geräten ausschalten. In Baumärkten und Elektrogeschäften gibt es für ein paar Euro kleine Steckdosenschalter, die einfach in die Steckdose gesteckt werden und die Geräte komplett abschalten, ohne dass man den Stecker ziehen muss. In der Regel ist das problemlos möglich, moderne Fernseher und andere Geräte verlieren ihre Einstellungen nicht, wenn sie ganz vom Strom getrennt werden.
  • Stromverbrauch messen. Strommessgeräte gibt es für wenige Euro in Elektrofachgeschäften oder Baumärkten. Das spart zwar nicht direkt Strom, man spart aber besser, wenn man weiß, wieviel man spart.
  • Netzteile und Ladegeräte ausschalten. Oft hängt das Handy-Ladegerät dauerhaft am Strom, auch wenn das Gerät gerade gar nicht geladen wird. Mit den oben genannten Steckerschaltern oder einfach durch Ausstecken zieht das Ladegerät keinen Strom mehr.
  • Schaltuhr an die Heizungspumpe. Wenn die Heizungspumpe dauerhaft läuft, einfach eine Schaltuhr dazwischen stecken. Nachts braucht man in der Regel nicht zu heizen.
  • Wasserkocher richtig befüllen. Messen Sie ab, z.B. mit einer Tasse, wieviel Wasser Sie im Wasserkocher erhitzen, jeder Tropfen zu viel kostet Strom. Aber Vorsicht, nicht die Mindestfüllmenge unterschreiten.
  • Beim Kochen Deckel auf Töpfe. Bei vielen Gerichten genügt auch kurzes Aufkochen, bei Reis beispielsweise muss man das Wasser gar nicht ständig am Kochen halten, er quillt auch ohne Strom nach. Ich messe Reis und Wasser genau ab (1 Tasse Reis auf 2 Tassen Wasser für 2 Personen). Dann kurz aufkochen, mit Deckel in Handtücher gepackt quillt der Reis in der normalen Kochzeit, ist locker und brennt nicht an.
  • Wäsche nicht im Trockner sondern auf dem Wäscheständer trocknen. Wenn schon Trockner, dann im letzten Waschgang möglichst hochtourig schleudern, so landet die Wäsche möglichst trocken im Trockner.

Energiesparen: Benzin (gilt auch für Diesel)

Wenn möglich auf das Auto verzichten. An deutschen Tankstellen werden täglich 200 Millionen Liter Benzin und Diesel verkauft, das Öl dafür stammt zum Teil aus Russland. Ein Umstieg aufs Fahrrad ist gut für die Fitness und schont den Geldbeutel. Wer das nicht kann, kann zumindest versuchen, möglichst energiesparend zu fahren. Das bedeutet:

  • Bei längeren Rotphasen Motor ausschalten
  • Bergab nicht beständig Gas geben. Solange der Motor bremst, liegt der Verbrauch bei Null. Lieber immer wieder kurz beschleunigen und dann wieder in den Motorbremsmodus zurückfallen. Ob das praktikabel ist, kommt natürlich auf die Steigung und die Straßensituation an. Natürlich gilt auch hier: Sicherheit geht vor.
  • Reifendruck prüfen und notfalls nachfüllen
  • Keinen unnötigen Ballast ins Auto, das kostet bei jedem Anfahren Energie
  • Auto einfach mal stehen lassen. Fahrgemeinschaften bilden, Bus und Bahn benutzen.

Energiesparen: Graue Energie

In allen Dingen, die wir besitzen oder kaufen steckt sogenannte "graue Energie", die Energie, die gebraucht wurde, dieses Ding herzustellen. Graue Energie einzusparen bedeutet:

  • Mehrweg statt Einweg. In Verpackungen steckt viel graue Energie. Mehrweg ist meist deutlich energiesparender als Einweg. Trotz Reinigung und Transport der Mehrwegflaschen verbraucht Einweg bis zu fünf Mal mehr Energie als vergleichbare Mehrwegverpackungen.
  • Regional einkaufen. Achten Sie auf kurze Transportwege bei Lebensmitteln, aber auch bei allem anderen.
  • Verpackungen sparen. Nutzen Sie Stoffbeutel beim Einkauf, bevorzugen Sie unverpackte oder zumindest umweltfreundlich verpackte Ware.
  • Wenns doch sein muss: Nutzen Sie Plastikbeutel mehrfach.

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