Steinkrebs

 (Christoph Leeb)

Foto von Christoph Leeb, CC BY-SA 3.0 creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/, via Wikimedia Commons

Der Steinkrebs ist die kleinste Krebsart in Baden-Württemberg und ein wahrer Lebensraumspezialist, der die saubersten Fließgewässer braucht. Man kann ihn in kleinen Bächen oder größeren Flüssen finden, aber auch in Gebirgsbächen, solange diese im Sommer recht warm werden. Bei der Nahrung dagegen ist er weniger wählerisch und begnügt sich damit, was zu finden ist, seien es Wasserpflanzen, Kleinstlebewesen oder tote Fische.

In kleinen Höhlen, zum Beispiel unter Steinen hält er sich gut versteckt auf und wartet auf Beute. Er wird bis zu 8 cm lang und ist meist gut getarnt in braun bis beigefarben, ähnlich wie seine Scheren, die aber unten heller gefärbt sind. Die männlichen Steinkrebse haben zudem eine größere Schere als Ausrüstung für Kämpfe mit Rivalen.

Verbreitung

Da er im gesamten Verbreitungsgebiet in Süd bis Südost-Europa zurückgeht und in Deutschland nur in Bayern und Baden-Württemberg vorkommt, hat auch Baden-Württemberg eine hohe Verantwortung für den Schutz der Flussbewohner. In Deutschland und den umliegenden Ländern ist er daher auf der Roten Liste als stark gefährdet aufgeführt, und sogar weltweit stuft die IUCN ihn als gefährdet und zurückgehend ein.

Gefährdung

Einerseits ist der Steinkrebs durch das Beschneiden seines Lebensraums durch Verbau im Uferbereich und Begradigungen beeinträchtigt, aber auch die von amerikanischen Flusskrebsarten eingeschleppte Krebspest macht ihm zu schaffen. Die invasiven Flusskrebsarten breiten sich so schnell aus, dass sie die Flusskrebsarten wie den Steinkrebs zurückdrängen.

Auch seine Ortstreue trägt nicht dazu bei, dass er neue Lebensräume besiedelt oder wiedererschließt, die geeignet wären.

Der Steinkrebs ist noch mehr als verwandte Arten gegen Störungen sehr empfindlich. Auch gegen Pflanzenschutzmittel und Insektizide ist diese Art besonders empfindlich.

Schutz

Geschützt ist der Steinkrebs zunächst sowohl durch das Fischereirecht mit Schonzeiten, sodass der Fang sehr eingeschränkt ist und durch die EU Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie.

Zum Schutz müssen vor allem Wanderbarrieren für eingeschleppte Krebse und räuberische Fischarten wie Aale und Hechte errichtet werden, sodass der Druck ihrer Feinde auf die Krebse geringer wird. Neue Krebse in Gewässer einzusetzen, ist auch möglichst zu vermeiden, weil es leicht zu Verwechslungen kommen kann und invasive Krebsarten aus Versehen weiterverbreitet werden. Um auch den Lebensraum zu erhalten, gilt es, strukturreiche Gewässer zu erhalten und an Gewässern, wo Steinkrebse vorkommen, auf die schädlichen Insektizide zu verzichten.

Quellen:

http://www.natura2000.rlp.de/steckbriefe/index.php?a=s&b=a&c=ffh&pk=1093

https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/tiere-im-wald/insekten-wirbellose/flusskrebse-in-baden-wuerttemberg

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