Bittere Orangen: ein neues Gesicht der Sklaverei in Europa

Vortrag | Wirtschaft, Landwirtschaft

Auf Lampedusa hat man sie an Land gehen sehen, erschöpft und traumatisiert von der Flucht. Viele der Menschen aus afrikanischen Ländern, die ihre Hoffnung auf ein freies Leben in Europa gesetzt hatten, sind nie aus Italien herausgekommen. Sie stecken fest in einer neuen Sackgasse: den süditalienischen Orangenplantagen. Während ihrer Asylverfahren stehen Geflüchtete ohne Papiere und ohne Rechte buchstäblich auf der Straße. Die nahen Plantagen sind oft ihre einzige Chance auf eine Arbeit, die ihr Überleben sichert. Offen verachtet von der Bevölkerung, untergebracht in Slums und fern jeder medizinischen Versorgung, pflücken sie zwölf Stunden am Tag Orangen. Für maximal 250 Euro im Monat – sofern sie das Glück haben, morgens auf dem „Arbeitsstrich“ aufgelesen zu werden.

Gilles Reckinger ist seit 2012 immer wieder nach Rosarno, eine kleine Stadt in Italiens Stiefelspitze, gereist, um die Arbeits- und Lebensbedingungen der migrantischen Erntehelfer zu dokumentieren. In vielen Gesprächen ist er den Menschen nahe gekommen, die festgesetzt sind durch extrem unsichere Lebensbedingungen ohne jede Option. Nicht einmal die auf Rückkehr in ihr Herkunftsland. In der Stadtbibliothek Offenburg berichtet Gilles Reckinger von diesen Reisen und rückt die Schicksale von Opfern moderner Arbeitssklaverei mitten in Europa ins Licht der Aufmerksamkeit.

Referent: Prof. Dr. Gilles Reckinger, ist Europäischer Ethnologe mit dem Arbeitsschwerpunkt Migration, Prekarität und Europäisches Grenzregime und Autor des Buches „Lampedusa"

Kosten: 10€/8€ Vorverkauf Stadtbibliothek, 12€/10€ Abendkasse

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Vorverkauf Stadtbibliothek, Abendkasse Stadtbibliothek

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Termindetails

Startdatum:

17. Februar 2027

Enddatum:

17. Februar 2027

Uhrzeit:

20:00 Uhr

Ort:

Stadtbibliothek Offenburg

Bundesland:

Baden-Württemberg

Veranstalter:

BUND-Umweltzentrum Ortenau in Kooperation mit EEB, Weltladen Regentropfen, Stadtbibliothek Offenburg

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