Alle organischen Stoffe, ausgenommen die fossilen Energieträger, bezeichnet man als Biomasse. Beispiele sind: Holz, Pflanzen (z. B. Energiemais), Ernterückstände, tierische und menschliche Exkremente, Schlachtabfälle, Biomüll, …
Die energetische Nutzung von Biomasse nennt man Bioenergie [1,2].

Warum klimaneutral?

Bioenergie ist klimafreundlich, da die Pflanze während ihres Wachstums genau so viel Energie aufgenommen hat, wie sie bei der energetischen Verwertung (z. B. beim Verbrennen) abgibt. Dafür darf aber die Masse der genutzten Biomasse nicht größer sein als die Masse der nachwachsenden Biomasse. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass bei Anbau, Ernte und den weiteren Verarbeitungsschritten möglichst wenig zusätzliche Treibhausgasemissionen entstehen [2,3].

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Wo und wie wird Bioenergie genutzt?

87,5 % wird in fester Form genutzt, also vor allem als Brennholz und Holzpellets zum Kochen und Heizen. Diese Art der Nutzung sieht man vor allem in Entwicklungsländern und entlegenen Regionen, welche nicht an eine andere Energieversorgung angeschlossen sind [4-7].

Mit 7,5 % folgt die Nutzung als flüssiger Kraftstoff. Vor allem Bioethanol und Biodiesel aus Zuckerrohr und Mais wird den fossilen Kraftstoffen im Verkehr beigemischt.

Jeweils 2,5 % machen die Nutzung als Biogas (Elektrizität, Wärme und Treibstoff) und die Nutzung von Industrie- und Siedlungsabfällen (Elektrizität und Wärme) aus.

Zahlen und Fakten

2017 stellte die Bioenergie etwa 70 % der Erneuerbaren Energien bereit – ca. 96 % der erneuerbaren Wärme und 9 % der erneuerbaren Elektrizität [7]. Anlagen aus dem Jahr 2020 produzieren Strom für etwa 7 bis 13 Cent pro kWh [8] und sind somit teurer als Wind-, Wasser- und Solarenergie.

Wie sollten wir Bioenergie in der Zukunft nutzen und wie nicht?

Der Anbau von Pflanzen zur rein energetischen Nutzung steht in direkter Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion. Da die landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft knapper werden, steht immer weniger Land für die Bioenergie zu Verfügung [9]. Dieses Problem kann jedoch teilweise umgangen werden, indem man brachliegendes Land für den Anbau nutzt.

Des Weiteren hat Bioenergie aus extra dafür angebauten Pflanzen im Vergleich zu anderen klimafreundlichen Energien den größten Flächenverbrauch pro Energieeinheit [10] (siehe Reichweitengrafik).

Unproblematisch ist hingegen die Verwertung unvermeidbarer Abfallstoffe, wie z. B. Gülle oder Reststoffe aus dem Anbau von Lebensmitteln [11]. Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Nährstoffkreisläufe in Takt bleiben.

Die einfache Handhabung, aber auch die Möglichkeit der Lagerung sind vor allem für wenig entwickelte, entlegene Regionen ein großer Vorteil der Bioenergien [11]. Wenn man hier die nachwachsende und genutzte Biomasse auf ein Verhältnis von 1:1 bringt, wäre das eine beinahe klimaneutrale Lösung.

Richtig angewandt kann Bioenergie also zu einer klimafreundlichen Energieversorgung beitragen [12].

Quellen

[1] Jering, A. et al. Umweltbundesamt: Globale Landflächen und Biomasse – nachhaltig und ressourcenschonend nutzen. www.umweltbundesamt.de (2013).

[2] Thornley, P. & Adams, P. Greenhouse Gas Balances of Bioenergy Systems. Greenhouse Gas Balances of Bioenergy Systems (2017).

[3] Quaschning, V. Regenerative Energiesysteme, Technologie-Berechnung-Klimaschutz. (2019).

[4] Renewable Energy Agency, I. Global Bioenergy SUPPLY AND DEMAND PROJECTIONS: A working paper for REmap 2030. www.irena.org/remap (2014).

[5] IEA. World Energy Outlook 2020. www.iea.org/reports/world-energy-outlook-2020 (2020).

[6] REN 21. 2021. Renewables 2021 Global Status Report. https://www.ren21.net/wp-content/uploads/2019/05/GSR2021_Full_Report.pdf.

[7] World Bioenergy Association. GLOBAL BIOENERGY STATISTICS 2019 World Bioenergy Association. www.worldbioenergy.org/uploads/201210%20WBA%20GBS%202020.pdf (2019).

[8] IEA. Global Energy Review 2021. www.iea.org/reports/global-energy-review-2021 (2021).

[9] Quaschning, V. Regenerative Energiesysteme, Technologie-Berechnung-Klimaschutz. (2019).

[10] Thornley, P. & Adams, P. Greenhouse Gas Balances of Bioenergy Systems. Greenhouse Gas Balances of Bioenergy Systems (2017).

[11] Sterner, M. & Stadler, I. Energiespeicher – Bedarf, Technologien, Integration. (Springer Berlin Heidelberg, 2017). doi:10.1007/978-3-662-48893-5.

[12] Wirth, H. & Ise, F. Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland. www.pv-fakten.de (2021).

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