BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein

Nistkasten für Höhlenbrüter

Blaumeise

Tannenmeise

Sumpfmeise

Durch unterschiedliche Lochgrößen im Nistkasten
kann man die Vogelarten bestimmen, die dort brüten sollen. So bevorzugen die meisten Meisenarten ein Einflugloch mit einem ungefähren Durchmesser von 2,6-2,8 cm (Blaumeise, Tannenmeise, Haubenmeise, Sumpfmeise, Weidenmeise).
Für die Kohlmeise und den Kleiber darf es schon etwas größer sein (3,2 cm).
Trauerschnäpper, Halsbandschnäpper, Haussperling und Feldsperling brauchen einen Durchmesser von 3,6 cm und um einen Star zu beherbergen, sollte man das Einflugloch auf 4,5 cm erweitern.
Eine Ausnahme macht der Gartenrotschwanz, dem man ein ovales Loch mit den Maßen von ca. 4,8 cm hoch und 3,2 cm breit zur Verfügung stellen sollte.

Die Außenmaße des Kastens
spielen dabei eine eher untergeordnete Rolle, vielmehr kommt es auf die Einfluglochgröße und die Innenmaße an, um den Vögeln einen komfortablen Baumhöhlenersatz zu bieten. Es ist ebenso möglich, einfach den größten Einfluglochradius zu wählen und dann abzuwarten, welcher der Vögel sich im Nistkasten einfindet.

Als Nisthilfe bietet sich für o.g. Vogelarten der sog. "Meisenkasten" an.

Tipp: Je nach Vogelart kann man die Größe auch selbstständig variieren, man muss nur darauf achten, die Maße gleichmäßig proportional zu erweitern!

Es empfiehlt sich, natürliche (unbehandelte) Fichten- oder Tannenholzbretter mit einer
Stärke von 2 cm zu verwenden. Sie sind relativ kostengünstig und in so gut wie jedem Holzfachmarkt und Baumarkt zu finden. Man kann sie zurechtschneiden lassen (Kosten!) oder sie selbst bearbeiten, wobei bei Sägearbeiten immer Vorsicht geboten sein sollte.
Des Weiteren benötigt man ca. 25 Schrauben (zwischen 4-5 cm), um die einzelnen Teilstücke zu verbinden. Ebenfalls nötig sind Akkuschrauber, Schleifpapier (und/oder Feile), Holzbohrer, Stift und eine Stichsäge.

Bauanleitung:

Zuerst werden die Bretter auf die im Bauplan angegebenen Maße zurechtgeschnitten. Dafür zeichnet man am besten die Silhouette mit einem Bleistift vor und sägt sie dann mit der Stichsäge aus, bis man alle benötigten Bauteile (siehe Zeichnungen) vorliegen hat. Wichtig: Bei der Rückseite muss das obere Ende angeschrägt werden, damit sich das Dach am Ende bündig dransetzen lässt.
Wenn sie möchten können sie die Außen- und Innenseiten der Bretter aufrauen (mit Raspel oder ähnlichem, bei Außenseite reicht die Frontseite). Dies dient dem Zweck, dass die Jungvögel später besser das Nest verlassen können. Hat man alle Teilstücke bearbeitet, ist es ratsam, den Vogelkasten einmal zusammenzusetzten, ohne ihn direkt zu vernageln, um zu überprüfen, ob die Teile wirklich zueinander passen. Ggf. muss nachgebessert werden.
Zuerst sollte man das Einflugloch aufzeichnen (mit dem gewünschten Durchmesser) und anschließend in die Vorderwand bohren. Entweder man bohrt ein kleines Loch und sägt dann mit der Stichsäge weiter, oder man kann auch viele kleine Löcher in den vorgezeichneten Kreis bohren und dann das Stück mit dem Hammer herausschlagen und in Lochform abschleifen. In den Boden sollte man zwei kleine Löcher boren, damit Kot und eventuell wasser abfließen kann.
Nun vernagelt man die Seitenwände und die Rückwand mit dem Boden. Danach wird das Dach aufgesetzt. Die Vorderwand wird dann nur an den oberen Enden der Seitenwände vernagelt, so dass die Wand nach oben geklappt werden kann (um den Kasten reinigen zu können). Zum Schluss sollte man unbedingt nochmal überprüfen, ob sich die Vorderwand nach oben klappen lässt und nicht vom Dach blockiert wird. Zur Sicherung der Vordertür (gegen unbeabsichtigtes Öffnen) sollte man noch einen Nagel (oder Winkelschraube) anbringen, der im rechten Winkel umgeschlagen wird und somit als Schließmechanismus funktioniert. Man muss darauf achten, dass er drehbar ist! Wenn sie möchten können sie mit einer kleinen Holzstange und einem vorgeborten Loch, direkt under dem Einflugoch, einen Sitzstab anbringen.
Jetzt fehlt nur noch die Leisten (man kann auch eine Lange Leiste nehmen) zum Aufhängen des Kastens am Baum, die man mittig auf der Rückseite anbringt. (Tipp: Nägel im Innenraum des Kastens dann noch umschlagen, so dass keine Spitzen in den Innenraum stehen).
Zur Sicherung der Vordertür (gegen unbeabsichtigtes Öffnen) sollte man noch einen Nagel (oder Winkelschraube) anbringen, der im rechten Winkel umgeschlagen wird und somit als Schließmechanismus funktioniert. Man muss darauf achten, dass er drehbar ist!

Anbringung:

Am besten eignen sich alte Bäume zum Befestigen von Nistkästen, aber auch an Garagen, Mauern, Scheunen, Balkonen und Häusern können sie angebracht werden. Bei der Befestigung an Bäumen empfiehlt es sich, rostfreie Alunägel, besser aber Draht, zu benutzen, um Schäden am Baum zu vermeiden. Freien Anflug lieben fast alle Höhlenbrüter und deshalb sollten die Nistkästen nicht in Dickichten oder in dicht verzweigten Bäumen angebracht werden. Die Kästen kann man in einer Höhe von 2 bis 3 Meter und geschützt vor Katzen und Mardern anbringen. (Fallen Sie nicht von der Leiter!) Das Flugloch darf nicht in die Richtung zeigen, aus der bei Ihnen üblicherweise Sturm und Regen herkommen. Gut sind zumeist die  Richtungen Süden oder Südosten. Ein Nistkasten soll nicht nach hinten, sondern eher nach vorne überhängen, um das Eindringen von Regen zu verhindern.

Reinigung von Nistkästen:

Nistkästen sollten im Spätsommer nach der Brut gereinigt werden, um das alte Nest zu entfernen und um Parasiten zu vertreiben. Eine gute Zeit dafür ist auch Ende Februar, so bleiben Überwinterer ungestört. „Klopfen Sie vor der Reinigung kurz an“, dann haben Siebenschläfer und andere Schlafmützen die Möglichkeit, rechtzeitig das Weite zu suchen. Ein Nistkasten ist kein Wohnzimmer für Menschen: Es reicht aus, die alten Nester zu entfernen und groben Schmutz auszubürsten. Bei starkem Parasitenbefall kann der Kasten zusätzlich mit Wasser und Seife ausgespült werden. Wegen der Parasiten ist es auch durchaus sinnvoll, Handschuhe zu tragen.

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