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Liebe Freundinnen und Freunde des BUND am südlichen Oberrhein

Bisher ist Gentechnik in der EU streng reguliert. Verbraucherinnen und Verbraucher können selbst entscheiden, was auf ihre Teller kommt.

Die EU Kommission hat den Entwurf einer Verordnung vorgelegt, die bewirken würde, dass in bestimmten Fällen bis zu 20 genetische Veränderungen erlaubt würden, ohne dass die genmanipulierte Pflanze einer Risikoprüfung unterzogen würde, bevor sie in die Umwelt freigesetzt wird. Über 90% der auf Zulassung wartenden Pflanzen fallen in diese Kategorie, sie würden konventionell gezüchteten Pflanzen gleichgestellt. Lebensmittel, die aus diesen Pflanzen erzeugt wurden, müssten nicht mehr gekennzeichnet werden. Im November 2025 soll auf EU- Ebene darüber abgestimmt werden.

 

 
Drei gute Gründe, warum die bisherigen Gentechnik-Gesetze sinnvoll sind

1. Bisher können wir frei entscheiden. 

Eine eindeutige Kennzeichnung aller gentechnisch veränderten Organismen (GVO) und der daraus hergestellten Produkte garantiert uns allen, selbst entscheiden zu können, was auf dem Teller landet. Über 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland ist das wichtig. Im Falle einer Deregulierung der Gentechnik würde diese Pflicht zur Kennzeichnung und damit die Möglichkeit der freien Wahl entfallen.

2. Die Möglichkeit, Lebensmittel ohne Gentechnik anzubauen

Die Hersteller gentechnikfreier Lebensmitteln möchten nicht, dass ihre Produkte durch GVO verunreinigt werden. Das derzeitige Gentechnik-Gesetz sieht zu ihrem Schutz sogenannte Koexistenzmaßnahmen vor. In der Praxis bedeutet das, dass Abstandsregeln zwischen Feldern mit und ohne GVO eingehalten werden müssen. Bei der Lagerung und der Verarbeitung von gentechnikfreien Produkten muss ebenfalls auf eine strikte Trennung von GVO geachtet werden. Im Falle einer Deregulierung wären diese Schutzmaßnahmen nicht mehr vorgeschrieben. Biologische und konventionelle Landwirtschaft "ohne Gentechnik" wäre massiv erschwert.

3. Die Umwelt und wir alle profitieren vom Vorsorgeprinzip

Risikoreiche Technologien wie Gentechnik müssen bisher in der EU so eingeführt werden, dass keine unwiderruflichen Schäden für Umwelt und Allgemeinheit entstehen. Aktuell werden deshalb alle GVO umfassend auf Risiken für Umwelt und Gesundheit geprüft. Da gentechnische Veränderungen auch unerwartete Auswirkungen auf die Pflanze und ihr Ökosystem haben können, sind diese Prüfungen besonders wichtig. So sollen beispielsweise Schäden für umliegende Ökosysteme durch invasive Eigenschaften des GVO vermieden werden. Im Falle einer Deregulierung gäbe es diese Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr. 

Nutzen und Risiken der neuen Verordnung

Resistenzen gegen Umwelteinflüsse können bewirken, dass Pflanzen, die bisher nicht invasiv sind, invasiv werden, sich also unkontrolliert ausbreiten, denn sie erhalten einen Vorteil gegenüber Konkurrenten. Pestizidresistenzen können sich auf Wildpflanzen ausbreiten, Schädlinge könnten sich an die Schädlingstresistenzen anpassen, wodurch wiederum deren Fraßfeinde geschädigt werden könnten und es dadurch zur Massenvermehrung der Schädlinge kommt. Insektengiftige Pflanzen können problematisch für Bestäuberinsekten werden.

Für den BUND ist selbstverständlich, dass all diese Folgen der neuen Gentechnik im Einzelfall untersucht werden müssen, bevor manipulierte Pflanzen angebaut werden. Der Vorschlag der EU-Kommission ist daher abzulehnen.

Helfen Sie mit!

1. Bestellen Sie eine beliebige Anzahl unserer Protest-Postkarten und schicken sie diese unterschrieben an die Vertretung der EU- Kommission in Berlin. Um Porto zu sparen können Sie auch mehrere Postkarten in einem Briefumschlag verschicken.

2. Der BUND unterstützt diese Online-Petition zweier Bäuerinnen: Neue Gentechnik: Wahlfreiheit sichern – Risiken vermeiden! | WeAct

3. Von dieser Maßnahme verspreche ich mir die größte Wirkung, aber ihr dürft gerne alle drei Aktionen ausführen... Schickt eine Email an EU-Abgeordnete (der demokratischen Parteien) aus Baden-Württemberg. Wir haben die Emailadressen und vorbereitete Texte hier auf unserer Homepage:

www.bund-rso.de/gentechnik

Vielen Dank an alle, die so fleißig meine Newsletter lesen.

Besonderer Dank gilt all denen, die mir noch dazu Feedback geben, ja auch denen, die kritisieren. Beim Abschlußgespräch nach einem Praktikum sag ich den Praktikantinnen und Praktikanten immer, Lob ist schön und kann motivieren, aber aus Kritik, solange sie fair und ehrlich gemeint ist, kann man lernen. Das gilt auch für mich.

Viele Grüße aus dem BUND Büro in Freiburg, Stefan Auchter.

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Wir wollen euch besser und kontinuierlicher über unsere Aktivitäten informieren. Um das zu tun, haben wir eine Art Tagebuch auf unserer Homepage eingerichtet. Nicht täglich, aber doch immer dann, wenn wir was getan haben, das über die normalen Routinearbeiten hinaus geht und uns interessant erscheint, machen wir dort einen kleinen Eintrag. So könnt ihr unsere Themen und Aktivitäten auch im Jahresverlauf verfolgen. Auch für uns selbst ist das eine gute Sammlung, auch wir müssen uns manchmal an zurückliegende Themen erinnern, sei es, um nachzufassen, oder auch, dass wir uns auch nochmal an einem Erfolg freuen können.

Das Tagebuch findet ihr für dieses Jahr unter www.bund-rso.de/2025

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